Die kleine Kapelle
Text: Michael Berens
Die kleine Kapelle, sie weist uns den Weg,
in unsere Heimat, die nie untergeht.
Die Menschen der Senne, im Glauben vereint,
mit der kleinen Kapelle, die Sonne wieder scheint.
Die alte Kirche, nach St. Josef benannt,
nur fünfzig Jahre, sie in der Senne stand.
Vor fast hundert Jahren begann ihr Bau,
es war ja kein Geld da, die Zeit war sehr rau.
Doch der Wille der Senner war voller Kraft,
nach der langen Hoffnung hatten sie es endlich geschafft.
Die Glocken sie läuten weit übers Senneland,
die eigene Kirche nun in Dorfes Mitte stand.
Nur wenige Jahre war es unbeschwert,
dann kam die Nachricht: „Macht Platz für das Militär!“
Die ersten Menschen sie gingen in ein neues Land,
doch die Senner Kirche den Krieg überstand.
Als Symbol der Hoffnung, dass es doch weitergeht,
klammerten sich alle an Gott und Gebet.
Ein Auf und ein Ab, doch dann kam das Aus,
die letzten Senner mussten aus der Heimat raus.
Die letzte Messe, St. Hubertus sei Dank,
die Menschen weinten in der Kirchenbank.
Vor dreißig Jahren gab es dann einen Knall,
große Sprengkörper brachten die Kirche zu Fall.
Doch vor den Ruinen, da steht noch ein Stein,
auch blieben die Schützen und der Sängerverein.
Im Herzen zusammen, Hövelsenne besteht,
mit uns die Kapelle jetzt nach vorne geht.
135 Höfe – für jeden ein Pflasterstein,
wenn wir sie betreten, ruft die Kapelle uns herein!
Alte Steine der Kirche geben Maria den Grund,
die Fenster von früher leuchten, schimmern ganz bunt.
Der Altar und die Bänke, von Sennern gebaut,
der Heiland von oben auf uns Gläubige schaut.
Nun sind wir nicht mehr verstreut, hier geh ‘n wir nicht mehr raus.
Nun sind wir wieder vereint, sind wieder zu Haus!
Die kleine Kapelle, sie weist uns den Weg,
in unsere Heimat, die nie untergeht.
Die Menschen der Senne, im Glauben vereint,
mit der kleinen Kapelle, die Sonne wieder scheint.